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Donnerstag, 21. April 2011

Sabotørstien

Rundwanderung auf historischen Pfaden: der Saboteursteig im Süden der Hardangervidda

Den Gaustatoppen im Blick

Zeitig fahren wir in Oslo los. Es geht nach Rjukan, dem Tor zur Hardangervidda. Dieses Plateaufjell ist der größte Nationalpark Norwegens und gleichzeitig die größte Hochebene Europas.
Am Parkplatz der Rjukan Fjellstue, etwa 12 km hinter der Ortschaft, parken wir und folgen dem Forstweg hinauf zum Berghof und weiter taleinwärts. Bald zweigt rechterhand ein Steig ab (Beschilderung: Sabotørstien), der uns an einem kleinen Almdorf vorbei in einen wunderschönen Birkenwald führt.
Durch die letzten Schneereste wandern wir den Saboteurpfad entlang, den die norwegischen Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg als Verbindungsweg zwischen der Hardangervidda und dem Wasserkraftwerk Vermork benutzten.
Heute sind wir alleine unterwegs und genießen die Stille des norwegischen Fjells. Bald schon wird dieser Steig aber gut besucht sein, er zählt nämlich zu den berühmtesten Wanderrouten in Rjukan.
Von der Hochebene steigen wir auf einen namenlosen Gipfel mit Steinmann und blicken hinüber zum Gaustatoppen, unserem morgigen Ziel.
Anschließend geht es wieder bergab und über den Sabotørstien weiter nach Vermork.

Höhenunterschied: 600 m
Gesamtgehzeit: 4 Stunden

(c) Katharina K.
Kleine Schilder markieren den Weg

Mittwoch, 29. Juli 2009

Besseggen Grat

Schöne Wanderung über den Peer-Gynt-Weg

Es ist die kälteste Nacht, die wir seit unserer Skandiavienreise erleben. Der Blick aus dem Zelt schweift über die in der Sonne glitzernden Frostkristalle hin zu unserem heutigen Ziel im Jotunheimen Nationalpark: den Besseggen Grat. Nach einem schnellen Frühstück in Daunenjacke und Mütze brechen wir unsere Schlafstätte ab und fahren nach Gjendesheim, parken unser Auto (Parkgebühr 30 nrk) und folgen der Beschilderung "Besseggen" und der Markierung "rotes T " im Hang des Gjeldenhalsen aufwärts bis wir auf die Hochfläche des aussichtsreichen Veslefjellet (1743 m) mit seiner großen Steinpyramide kommen. Nun geht es über den Grat steil abwärts zum Bandet - dem Felsband zwischen dem blau leuchtenden Bessvatnet und der zum smaragdgrünen Gjende-See abstürzenden Felswand. Der Blick auf die beiden Seen hier ist fabelhaft.

Vom Bandet führt uns die Markierung zu den Bjornboltjorna-Seen hinauf, wo wir eine kleine Rast einlegen und schließlich dem imposanten U-Tal Memurudalen entgegen wandern und nach Memurubu absteigen, von wo uns die Fähre nach Gjendesheim zurückbringt.
Unser vorletzter Tag in Norwegen neigt sich dem Ende zu und obwohl wir die Schönheiten des Nordens morgen hinter uns lassen, freuen wir uns auf unsere Familien und auf die Berge zu Hause. Der Norden selbst aber wird uns mit Sicherheit bald wieder sehen!

Höhenmeter: 1100 m
Gesamtgehzeit: 6 Stunden

Samstag, 25. Juli 2009

Krankmårtenhögen

Spaziergang zu einem Gräberfeld aus der frühen Eisenzeit

Reeeegen, Reeeegen, Reeeegen - unsere Stimmung ist mittlerweilen grau wie das Wetter und wir überlegen ernsthaft schon früher in das sonnenstrahlende Südtirol heimzukehren, oder zumindest unsere Fahrt nach Norwegen früher als geplant anzutreten - auch wenn wir die Tour auf den Sylana umbedingt noch machen wollen.

Am späten Nachmittag lässt der Regen wieder etwas nach und wir fahren nach Störsje und kurz auf der Hauptstraße weiter in Richtung Svenstavic bis rechterhand eine Schotterstraße zu den "Krankmårtenhögen" abzweigt. Dieser folgen wir bis zum See und parken unser Auto. Nun heißt es nur noch dem Wegweiser "Gravfält" etwa 500 Meter durch den Wald zu folgen und schon stehen wir am früheisenzeitlichen Grabfeld. Es gibt hier 40 Gräber, in denen sowohl Frauen als auch Männer unterschiedlichen Alters bestattet sind. Die Elch- und Rentiergeweihfunde an der Oberseite des jeweiligen Grabes lassen auf eine rituelle Bestattung deuten.
Auf der Rückfahrt nach Ljungdalen können wir zwei Kraniche bei ihren Streifzügen durch den Sumpf beobachten.

Der Kranich ist ein großer und majestätisch wirkender Zugvogel, der eine Länge von 114-130 cm und eine Spannweite von 200-230 cm erreicht. Er bewegt sich mit langsamen Schritten auf dem Erdboden und ist im Flug gewaltig, mit langen, gleichmäßig breiten Flügeln, einem schlanken gestrecktem Hals und lang ausgestreckten Beinen. Ihr Rufton sind sehr weitreichende, nasale und schnarrende "Trompetenstöße", die sich in einem "krrüi-krro, krrüi-krro" äußern. Besonders im Frühling führt er Tänze vor, springt mit erhöhten Flügeln, verbeugt sich tief, trompetet und stellt den Federbusch aus verlängerten Schirmfedern auf.
Der Kranich brütet spärlich in offenem und halboffenem Moor- und Sumpfgelände.

Wissenschaftliche Bezeichnung: grus grus
Englischer Name: Common Crane

 

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